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Hund und Mensch kommen sich in die Quere
07.07.2013 18:35

Am Freitag stand in der Aachener Nachrichten ein Artikel über die Problematik des Freilaufes der Hunde am Vennbahnweg. Der Bezirksbürgermeister Herbert Henn lässt weitere Schilder, die darauf hinweisen, dass die Hunde angeleint werden müssen anbringen. Ihm ist, lt. dem Artikel bewußt, dass es in Aachen Brand keine Auslaufflächen für Hunde gibt.

Da ratterte mein Gehirn beim Gassiegehen und mir war klar, dass ich einen Leserbrief schreiben mußte:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
mit Interesse habe ich den Artikel:  “Hund und Mensch kommen sich in die Quere” gelesen. Ich bewundere Herrn Hubert Mambor und Niklas Basner für ihren Mut sich in der Zeitung ablichten zu lassen, obwohl sie wissen, dass sie durch den Freilauf ihres Hundes etwas Verbotenes machen. Ich finde es enttäuschend, dass der Bezirksbürgermeister von Brand schon erkannt hat, dass es keinen Auslauf für Hunde gibt, es allerdings auch nicht ändert.
 
Ich bin in Aachen aufgewachsen und möchte nicht in Brand wohnen, da es mit eines der hundeunfreundlichsten Bezirke von Aachen ist. Auf dem Vennbahnweg dürfen die Hunde nur angeleint laufen. Was mich auch nicht verwundert, ist hier doch eine erhöhte Unfallgefahr durch plötzlich kreuzende Hunde, vorbeifahrende Skater und Fahrradfahrer. Allerdings finde ich, fahren die Skater und die Fahrradfahrer meist viel zu schnell und rücksichtslos. Nehme man an, man ginge dort mit seinem Kleinkind sparzieren, ist die Gefahr sehr groß, dass es durch einen vorbeikommenden Skater oder Fahrradfahrer verletzt wird. Die Gefahr ist genauso groß, wie bei einem freilaufenden Hund, der plötzlich den Weg kreuzt und zu spät erkannt wird.
 
Doch wohin als Hundefreund?
 
Die Freilauffläche, die der Bezirk Brand den Hunden zukommen lässt, z.B. Eckenerstr./Vennbahnweg ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit. Hier kann der Hund mit 100% Sicherheit nicht seinem artgerechten Spieltrieb und seinem Laufbedürfnis nachkommen. Jeder Tierbesitzer weiß, dass er sein Tier tiergerecht halten muss. In Aachen-Brand ist dies unmöglich, wenn man nicht jeden Tag mit seinem Hund irgendwohin fährt, wo er seinen Auslauf hat. Auf dem Truppenübungsplatz Münsterbusch soll man seinen Hund auch angeleint halten. Auf den umliegenden Feldern z.B. hinter der Gesamtschule Aachen –Brand, stehen überall Schilder, dass die Hunde an der Leine zu führen sind.
 
Wo ist also Platz für eine artgerechte Hundehaltung? Die Hundebesitzer bezahlen Hundesteuer und dieses Geld könnte durchaus sinnvoller genutzt werden, wie Kotbeutel aufzuhängen oder viel zu kleine Hundeauslaufflächen zu schaffen. Mich würde interessieren, wieviele Hundebesitzer in Aachen-Brand ihre Hunde ausführen müssen – wieviele Kilometer lang wäre wohl die Kette, wenn die Hunde und Hundebesitzer hintereinander auf den Vennbahnweg  stehen würden? Die Lobby der Hundebesitzer ist anscheinend in der Politik trotz enormer Einnahme durch die Hundesteuer noch nicht durchgedrungen. Ich fände es schön, wenn dieser Artikel die Hundebesitzer nochmal aufwecken würde, etwas für die Rechte ihrer Hunde zu tun – so wie es damals Six feet for Freedom gemacht hat. Hier gab es 2003 einen 48-Stunden-Protestlauf und einen Dog-Day als im Dezember 2002 das neue Landeshundegesetz in NRW verabschiedet wurde.
 
Der Bezirksbürgermeister könnte doch einen Park oder zumindest eine große Wiese mit Heckenbestand und Baumbestand und Bänken schaffen, die extra für Hundefreunde ausgewiesen werden. Hier könnten die Hunde untereinander spielen, man könnte mit dem Hund Frisbee spielen etc. pp.. Zur Zeit gibt es in Brand einige freie Flächen, die hierfür sinnvoll genutzt werden könnte.
 
Man bedenke, ein Hund, der nur an der Leine geführt wird und seinem Bewegungsdrang in keinster Weise ausleben kann, ist schwieriger zu führen, als ein ausgeglichener Hund, der toben spielen und arbeiten darf.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Sandra Schäfer-Koll
 
Wie seht ihr das?
 

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